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Gerätearbeit (Gewandtheit)

 

Bedeutet so viel wie Geschicklichkeit für den Hund. Bei diesen Übungen wird der Hund dazu gebracht, u.a. über eine Bohle zu laufen (siehe oberes Bild). Auch muss er durch einen Tunnel oder über eine Leiter laufen. Der Hund muss sich sicher über wackelige und unterschiedliche Materialien bewegen können. Für den Rettungshundeeignungstest, aber auch für verschiedene öffentliche Vorführungen wird dieser Teil der Gerätearbeit benötigt. Bei keiner dieser Übungen darf der Hund Angst oder Unsicherheit zeigen. Aber nicht nur für den Rettungshundeeignungstest sind diese Übungen wichtig. Vor allem für die sog. „Kommunikation, Konzentration und Koordination“ zwischen Hund und Hundeführer wird es später in der Ausbildung und Arbeit essentiell wichtig und wird helfen die geforderten Aufgaben richtig umzusetzen. Egal ob es sich dabei um das Mantrailing oder die Flächensuche handelt.

 

„Die Kommunikation bedeutet, Gesprächsregeln festzulegen, sich gegenseitig aufmerksam zuzuhören und vor allem, die Körpersprache als Muttersprache des Hundes zu verstehen.“

Konzentration heißt, in erster Linie sich selbst und dann den Hund zu fokussieren und zu sammeln, um eine gewisse Zeit lang bei der gestellten Aufgabe zu bleiben, beharrlich zu sein und sich nicht gleich von jeder Kleinigkeit ablenken lassen.“

Koordination meint, seine körperlichen Bewegungen und die des Hundes zu steuern, zu ordnen und aufeinander abzustimmen: Was kommt zuerst, womit fange ich an, was ist der nächste Schritt? Hier ist vor allem gemeint, Bewegungsabläufe sinnvoll und zweckgerichtet ineinanderzufügen. Hunde sind Körpersprachler, Bewegungsabläufe sind die Sätze, die sie bilden.“

(Quelle: Schweda, A. (2012), Mantrailing)

 

 

 

 

Rettungshundeeignungstest

 

Zur Beginn der Rettungshundekarriere steht bei den Hunden der Rettungshundeeignungstest. Dieser findet nach ungefähr einem Jahr der Ausbildung statt. Beim Eignungstest wird der Hund verschiedenen Situationen ausgesetzt und seine Reaktionen werden bewertet. Das Verhältnis zum Hundeführer und der Charakter des Hundes werden dabei geprüft. Folgende Übungen werden bewertet:

 

Verhalten gegenüber Fremdpersonen: Einige fremde Personen stellen sich im großen Kreis um den Hundeführer mit Hund herum auf. Dann ruft nacheinander jeder den Hund. Der Hund wird beim ersten Mal nur von der Personen, die ihm gerufen hat gestreichelt, beim zweiten Mal soll er von einer anderen Person Futter annehmen und von der dritten Person wird er zum Spielen animiert. Nach dieser Übung sieht man, ob der Hund zu fremden Person Vertrauen hat, oder sich ängstlich, unsicher oder aggressiv verhält.

Als nächste Übung stellt sich der Hundeführer mit seinem Hund neben sich auf einem freien Platz und die fremden Personen kommen zusammen auf den Hundeführer zu und engen ihn und den Hund ein. Dieses wird mehrfach in verschiedenen Geschwindigkeiten wiederholt. Das Verhalten des Hundes wird beobachtet.

Als weitere Übungen folgen z.B. das Tragen von einer Fremdperson mit einem Maulkorb oder die Reaktion des Hundes bei einer Person, die schreit und direkt vor dem Mensch-Hund-Team auf den Boden hinfällt und wieder wegläuft.

 

Verhalten bei optischen Umwelteinwirkungen: Ein angehender Rettungshund muss gute Nerven haben und darf sich  durch plötzlich auftauchende unbekannte Dinge nicht irritieren lassen. Es werden für den Hund optische Reize getestet, wie z.B. ein schwebendes Tuch, rollende Tonne, plötzlich aufgespannter Regenschirm, oder eine vorbeigehende Person mit flatterndem Umhang.

 

Spielen mit einem Gegenstand: Eine Fremdperson spielt intensiv mit dem Hund. Bei dieser Übung werden der Beutetrieb und der Drang des Hundes zur Beute, egal ob es sich um eine fremde Person handelt, getestet.

 

Verhalten bei akustischen Einwirkungen: Mit folgenden Situationen wird der Hund konfrontiert: ein hupendes Auto fährt vorbei, ein Werkzeug schlägt gegen eine Metalltonne, es laufen Geräte wie Motorsäge oder Rasenmäher. Hier wird die Reaktion des Hundes getestet.

 

Verhalten bei Feuer und Rauch: Der Hundeführer geht mit Hund an einigen Feuerstellen. Der Hund darf sich nicht zu sehr von Feuer oder Qualm beeinflussen lassen.

 

Verträglichkeit mit anderen Hunden: Im Slalom geht der Hundeführer mit seinem Hund zwischen fremden Mensch-Hund-Teams, die in einer Reihe stehen. Auch hier wird geprüft, wie der Hund auf seine Artgenossen reagiert. Aggressivität ist dabei nicht erwünscht.

 

Gewandtheit: Der Hund wird dazu gebracht über eine Bohle und durch ein Tunnel zu laufen und sich auf unterschiedlichen wackeligen Materialien zu bewegen.

 

Verweistest: Zum Abschluss versteckt sich der Hundeführer in einem vorbereiteten Versteck. Der Hund wird dabei vom Helfer festgehalten und soll dann nach dem loslassen zu seinem Hundeführer gelangen.